Neue Chronik «Private Equity» von Christian Waldvogel auf Bilan.ch

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Ab sofort ist im grössten Wirtschaftsmagazin der Westschweiz unter «Bilan.ch» die Expertenchronik von Christian Waldvogel, Managing Partner von Renaissance, aufgeschaltet.

In seinen Artikeln wird Christian Waldvogel regelmässig verschiedene Themen und Aspekte der Private Equity sowie entsprechende Trends in Bezug auf Anlagefonds behandeln.

Dieser erste Beitrag der neuen Serie befasst sich mit den «Evergreen»-Fonds, einer interessanten Alternative zu traditionellen Fonds. Institutionelle Anleger suchen nämlich immer öfter nach stabilen, regelmässigen und langfristigen Renditen und entdecken dabei die Vorzüge der Anlagevehikel «Evergreen». Christian Waldvogel setzt sich in seiner ersten Chronik vom 20. September mit diesem neuen Trend auseinander, nachzulesen auf bilan.ch.


«Evergreen»-Fonds sind im Trend

Institutionelle Anleger sind auf stabile, regelmässige Renditen angewiesen und interessieren sich daher immer öfter für «Evergreen»-Anlagevehikel: Diese stellen eine echte Alternative zu klassischen Fonds im Private-Equity-Bereich dar, wie beispielsweise Offshore-Fonds mit einer normalerweise auf 8 bis 10 Jahre beschränkten Laufzeit. Angesichts dieses Paradigmenwechsels ist es wichtig zu verstehen, weshalb sich die Pensionskassen dieser Anlagekategorie zuwenden und warum sie so erfolgreich ist.

Angesichts hartnäckig tiefer Zinsen intensiviert sich dieser Trend und verstärkt die Suche nach alternativen Produkten im Bereich Private Equity, Privatdarlehen oder Infrastrukturen als Ergänzung zu herkömmlichen Anlagekategorien. In Bezug auf Private Equity erreicht die Asset Allocation der schweizerischen Pensionskassen noch nicht das Niveau ausländischer, insbesondere amerikanischer Kassen, verzeichnet aber einen deutlichen Anstieg.

 

Der Name EVERgreen ist Programm

Der englische Begriff «Evergreen» ist der Biologie entlehnt; so werden immergrüne, resistente Pflanzen und Bäume bezeichnet. Im Finanzsektor und insbesondere in der Private Equity erhält dieser Begriff eine zeitliche Dimension: Ein «Evergreen»-Fonds wird automatisch verlängert, er besitzt keine fest definierte Laufzeit. Er kann beliebig lange bestehen, er «grünt» also, solange dies die Anleger wünschen. Somit fällt bei einem «Evergreen»-Fonds die Pflicht weg, die Beteiligungen bei Ablauf des Fonds zu veräussern; dies geschieht erst, wenn die Mehrheit der Anleger das Anlagevehikel verkaufen möchte.

  

Sicherheit wichtiger als schnelle Renditen

Diese neue Anlageform zeichnete sich erstmals 2015 ab, als Joseph Baratta, Verantwortlicher für Private Equity bei Blackstone, dem weltweit grössten Asset Manager für alternative Anlagen, an der SuperReturn International Conference in Berlin bekannt gab, sein Unternehmen habe sich in der Private Equity zu einem neuen Ansatz entschlossen. Wie sollte dieser funktionieren? Eine Beteiligung wird über 8 bis 12 Jahre gehalten mit dem Ziel, geringere, dafür aber langfristige Renditen zu erzielen.

  

Rahmenbedingungen für einen «Evergreen»-Fonds

Ein Private-Equity-Anlagevehikel «Evergreen» ist meines Erachtens für institutionelle Anleger nur dann von Interesse, wenn es bestimmte Bedingungen erfüllt.

  • Voraussetzung sind Beteiligungen an reifen und rentablen Unternehmen, die attraktive und vorhersehbare Erträge generieren können. Ein «Evergreen»-Anlagevehikel ist kaum mit Venture-Kapital zu vereinbaren.
  • Die vom Fonds erwirtschafteten Erträge müssen grösstenteils in Form jährlicher Beteiligungsdividenden an die Anleger ausgeschüttet werden. Diese Politik kommt dem grundlegenden Bedürfnis der Vorsorgeeinrichtungen nach Einnahmen und nach Kostenfinanzierung der Altersrenten entgegen. Das Ziel dieser Form der Private-Equity-Anlage ist folglich nicht mehr ausschliesslich der Kapitalzuwachs, sondern eine Kombination aus regelmässigen Erträgen in Form von Dividenden und langfristigem Kapitalgewinn.
  • Die Verwaltungskosten dürfen nicht zu hoch ausfallen und müssen unter jenen der klassischen Private-Equity-Fonds liegen, was durch das langfristige Halten der Beteiligungen ermöglicht wird. Dies bedeutet, dass die Management Fee auf dem tatsächlich investierten und nicht auf dem gezeichneten Kapital berechnet werden muss. So wird das Phänomen der «J-Curve» vermieden, d. h. eine Übergewichtung der Kosten im Laufe der ersten Lebensjahre des Anlagevehikels.

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