Langfristige Investitionen in Schweizer KMU, wie gelingt das? Buyouts aus der Sicht von KMU und Investoren

Das Renaissance Entrepreneur Forum feiert zehnjähriges Bestehen
November 19, 2019

«Wie zwei sich finden»  

«Die guten Firmen rufen nicht an. Wir müssen sie finden.», Christian Waldvogel, Managing Partner Renaissance

Die Anlagestiftung Renaissance sucht und findet die «Perlen» unter den Schweizer KMU über langjährig gepflegte Beziehungen in ihrem seit 20 Jahren im KMU-Markt umfassend ausgebauten Netzwerk. Zu den entscheidenden Selektionskriterien zählen ein überzeugendes Management, Produkt- und/oder Service-Exzellenz sowie eine nachhaltige Profitabilität.

Die Condis AG sowie die Asic Robotics AG sind dafür sprechende Beispiele. Die Transaktion von Asic Robotics im Zuge einer familienexternen Nachfolgeregelung dauerte insgesamt 24 Monate. Die finale Entscheidung für den Verkauf an Renaissance fällten die damaligen Firmeninhaber dank der einzigartigen Investorenbasis von Renaissance – Pensionskassen mit langfristigem Horizont. Per Dybwad, der heutige Executive Chairman der Condis AG, kam mit Renaissance bereits 2013 erstmals in Kontakt.
«Als sich der Verkauf von Condis in Verknüpfung mit einem Management Buy-In abzeichnete, war für mich klar, dass Renaissance hier aufgrund seiner langfristigen Ausrichtung und der unternehmerischen Kompetenz der ‚richtige‘ Finanzierungspartner ist.» Per Dybwad, Executive Chairman, Condis AG

Investition bedeutet Partnerschaft und Commitment von beiden Seiten
Langfristige Investitionen haben beste Chancen auf Erfolg, wenn sie allen Stakeholdern – Investoren, Management und Mitarbeitenden – dienen und sich eine vertrauensvolle Geschäftspartnerschaft etablieren lässt. Dafür bringt sich Renaissance mit ihrer unternehmerischen Expertise als aktiver Investor mit Einsitz im VR ein.

Milo Gasser, CEO der Asic Robotics AG, erachtet das durchaus als Glücksfall, da das Team operativ völlige Selbständigkeit geniesst und auf strategischer Ebene einen wichtigen Sparringpartner hat. Dem voraus ging allerdings eine Phase grosser Skepsis mit der Option, die Firma zu verlassen.
«Anfängliche Befürchtungen, dass Renaissance in Heuschrecken-Manier agieren könnte – Druck auf rasches Wachstum und schneller Weiterverkauf der Beteiligung –, haben sich schnell aufgelöst. Massgeblich dafür ist die seit Beginn auf Kooperation, Vertrauen und unternehmerischer Kompetenz basierende Zusammenarbeit.»
Milo Gasser, CEO, Asic Robotics AG 

Die zweite tragende Säule für die stabile partnerschaftliche Zusammenarbeit ist die Beteiligung des Managements der KMUs, die die Anlagestiftung im Rahmen jeder Transaktion anstrebt. Sie erhöht das Commitment und die Gestaltungsmöglichkeiten der Unternehmen. Für Condis eine Chance, die das Management gerne genutzt hat.
«Wir können durch unsere finanzielle Beteiligung den Bus lenken, anstatt nur als Passagiere mitzufahren.»
Per Dybwad, Executive Chairman, Condis AG

Langfristige Investitionen fördern messbare Nachhaltigkeit
Zu Recht zeigen sich viele KMU gegenüber dem Thema Nachhaltigkeit im Sinne der ESG-Standards eher zurückhaltend, da glaubwürdig umgesetztes Engagement in diesem Bereich vor allem mit grossem Aufwand assoziiert wird.

Folgerichtig müssen die ESG-Vorgaben für KMU pragmatisch umsetzbar und Fortschritte eindeutig messbar sein. Vor diesem Hintergrund entwickelte Renaissance zusammen mit dem Center of Corportate Responsability and Sustainability der Uni ZH einen pragmatischen Ansatz, der die KMU in der kontinuierlichen Verbesserung ihrer ESG-Bilanz unterstützt.

Für Asic Robotics bedeutet dies, die ESG-Vorgaben in erster Linie unter dem Aspekt der ökonomischen Nachhaltigkeit hinsichtlich Talentförderung und Arbeitgeberattraktivität und damit  für den Erhalt und die Förderung des Werkplatz Schweiz zu verfolgen. Condis wiederum engagiert sich mit umfassenden Energiesparprogrammen im ESG-Kontext und hat bereits Stromeinsparungen von über 40% erzielt.
«Die ESG-Analyse von Renaissance dient uns als Checkliste sowie ergänzende zur Ermittlung des Status Quo und ist gleichzeitig Katalysator für weitere Projekte, also sicherlich kein ‚Papiertiger‘. Nachhaltigkeit wird bei uns gelebt.»
Per Dybwad, Executive Chairman, Condis AG

Auf verschiedene Weise tragen beide Unternehmen so zu einer nachhaltigen Schweizer Wirtschaft bei.

Diese umfassenden sowie sehr authentischen Einblicke in ihre Finanzierungs- und Geschäftspartnerschaft mit Renaissance gaben Milo Gasser und Per Dybwad bei einem Roundtable, moderiert von Peter Stähli, VR-Mitglied Renaissance, im Anschluss an die Renaissance Generalversammlung am 2. Dezember 2019 in Zürich.
Asic Robotics AG
1995 gegründet und mit Hauptsitz in Burgdorf, gehört Asic Robotics zu den führenden Unternehmen in den Bereichen Industrierobotik und Spezialmaschinen. Der integrierte Anbieter deckt die komplette Wertschöpfungskette von der Entwicklung über die Fertigung bis hin zur Implementierung und der Wartung massgeschneiderter Industrieroboter aus einer Hand ab. Im Jahr 2013 sicherte Renaissance zusammen mit einer Investorengruppe die familienexterne Nachfolge des Unternehmens.

Condis AG
Die 1903 im Kanton Freiburg gegründete Condis AG ist Marktführerin in der Entwicklung und Produktion von Hochspannungskondensatoren für öffentliche Infrastrukturen auf der ganzen Welt. 2003 war das Traditionsunternehmen an einen amerikanischen Konzern verkauft worden, der sich 2018 wegen zu geringer Synergien entschloss, den Firmenteil wieder zu veräussern. Das Management in der Schweiz nutzte diese Chance Miteigentümer zu werden und das Unternehmen wieder in Schweizer Hand zu bringen. Gemeinsam mit Renaissance wurde der Management Buy-out Ende 2018 realisiert.