Investitionen in schweizerische KMU als lohnende Anlage für Pensionskassen

Peter Stähli wird Mitglied des Verwaltungsrates der Renaissance Management AG
August 30, 2018
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2017 verwalteten etwa 1’800 Pensionskassen in der Schweiz rund 850 Milliarden Schweizer Franken, das ist mehr als der Betrag des Bruttoinlandprodukts. Ihr oberstes Ziel ist dabei die Erfüllung des ihnen anvertrauten Verfassungsauftrags: Sie sollen den Rentnerinnen und Rentnern zusammen mit der AHV einen angenehmen Lebensstandard ermöglichen.

Von den Finanzmärkten wurden den Vorsorgeeinrichtungen in den letzten Jahren unzählige Anlagevehikel angeboten. Darunter stossen vor allem die Investitionen in nicht kotierte Unternehmen (Private Equity) auf immer grösseres Interesse. Diese Anlagelösung ergänzt in vielen Fällen die Allokation in Aktien kotierter Unternehmen, die bis zu 25% des Vermögens einer Pensionskasse ausmachen können.

Die Anleger interessieren sich bereits seit einigen Jahren immer mehr für die schweizerischen KMU. Diese bieten nämlich dank ihrer grossen Innovationsfreudigkeit, ihrem intelligenten Management und ihrer bemerkenswerten Anpassungsfähigkeit in einem oft unsicheren wirtschaftlichen Umfeld hohe Renditemöglichkeiten.

Die von schweizerischen Pensionskassen gegründete Anlagestiftung Renaissance KMU investierte in den vergangenen zwanzig Jahren knapp 300 Millionen Schweizer Franken ausschliesslich in hier ansässige Schweizer Unternehmen. Und nun möchte sie ihr Angebot ausweiten, auch wenn die kleinen und mittleren Unternehmen in der Schweiz heute teuer sind und man bei der Auswahl passender KMU genau hinsehen muss. Diese Selektion kann daher vor der Unterzeichnung einer Vereinbarung mehrere Monate oder gar Jahre in Anspruch nehmen.

Wir wissen, dass die Pensionskassen bei der Auswahl von Anlagemöglichkeiten auf Unterstützung angewiesen sind (im Rahmen der Anlagestiftung Renaissance KMU arbeiten wir eng mit einer spezialisierten Firma zusammen), und die Erfahrung zeigt, dass eine erfolgreiche Akquisition zwei Kriterien erfüllen muss: Erstens muss für einen kurzfristigen Erfolg (12 – 18 Monate) eine stabile und gut ins Management integrierte Nachfolgelösung bei gleich bleibender finanzieller Performance gewährleistet sein. Mit anderen Worten: Das neue Team hat ebenso gute Leistungen zu erbringen wie in der Vergangenheit. Zweitens muss für einen mittelfristigen Erfolg (18 Monate) eine Erfolgsstrategie ausgearbeitet werden, die sich in den Geschäftsverlauf einfügen lässt, ohne den Bestand des Unternehmens zu gefährden.

Abschliessend soll hervorgehoben werden, dass sich alle schweizerischen KMU, seien sie nun in der deutschen Schweiz, in der Romandie oder im Tessin ansässig, auf die Pensionskassen als Finanzpartner verlassen können. Die Investition im eigenen Land zur Sicherung der Renten wird somit zu einem erfolgreichen Unterfangen, wenn die Beteiligten sich gut kennen und gegenseitig respektieren. In diesem Umfeld bleibt unseren Behörden nur die Aufgabe, optimale Transportwege, Bildungsangebote oder steuerliche Bedingungen zu schaffen, um den Ausbau unserer Wirtschaft zu garantieren. Eine gewagte Behauptung sei uns erlaubt: Bisher hat dies wunderbar funktioniert!


Artikel von Jean Rémy Roulet, erschienen in «Relief» von Juni 2018